WERKBÜHNE BERLIN

 

Schwanengesang

(Kalchas)

Dramatische Etüde in einem Akt

Anton Tschechow

 

 


Jobst Langhans und Andreas Loos
Foto: Ursula N. Müller

 

Vasilij Vasilijc Svetlovidov
  Jobst Langhans
Nikita Ivanyc
Andreas Loos
 
Regie
Annette Kurz

Eine Produktion der WERKBÜHNE BERLIN

Premiere: 11. August 2000
Festival 2000 - Theater an der Schwelle
Goetheanum

 

Der alte Schauspieler Vasilij Vasilijc Svetlovidov schläft betrunken nach einer Benefitzvorstellung in seiner Garderobe ein. Als er erwacht, ist das Theater verschlossen. Die Diener sind nicht aufzufinden und so richtet er sich darauf ein, die Nacht im Theater zu verbringen. Allein auf der Bühne, jammert er über seinen Lebenswandel und über das Schwarze Loch vor ihm, aus dem ihm das Publikum vorhin noch zujubelte. Erinnerungen steigen auf und ihm wird deutlich, daß sein Leben dem Ende zugeht. Plötzlich erscheint Nikita, der Souffleur. Vasilij hält ihn für ein Gespenst, ja sogar für den Tod, doch dann erkennt er ihn und bittet ihn aus Angst vor der Einsamkeit, zu bleiben. Zusammen philosophieren sie über die Welt des Theaters, die Frauen, die heilige Kunst und das Alter...

Bevor die Schwäne sterben, singen sie - das einzige Mal in ihrem Leben.

 

Spieldauer ca. 40 Min.

 

 

Schwanengesang entstand im Januar 1887.

Der 27 jährige Tschechow schreibt an M. V. Kiseleva:
"Ich habe ein Stück auf 4 Viertelchen geschrieben. Zu spielen in 15-20 Minuten. Das kleinste Drama der Welt. Spielen wird es der berühmte Davydov, der zur Zeit bei Kors ist. Gedruckt wird es in der "Sezon", so dass es überallhin gelangt. Überhaupt ist es besser, kleine Sachen zu schreiben, als große: Der Anspruch ist klein, und der Erfolg doch da... Was bracht man mehr? Mein Stück habe ich in 1 Stunde und 5 Minuten geschrieben."
Auch wenn Schwanengesang zu Tschehows ersten Versuchen zählt, Theaterstücke zu schreiben, enthält es bereits die gesamte dichterische Kraft, Dichte und Tiefe, die er später in seinen großen Werken zur Blüte bringt. Schwanengesang ist ein literarischer Same, aus dem Tschechows große Werke später hervorgehen.

Jobst Langhans und Andreas Loos
Foto: Ursula N. Müller

 

 

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